No Boot Device
Letzte Aktualisierung:10. November 2020

 No Boot Device / Automatiasche Reparatur

Der Boot-Sektor kann die gleichen Probleme haben wie jeder andere Teil der Festplatte - fehlende Dateien, beschädigte Dateien, physischer Schaden oder auch ein Virenbfall. In solchen Fällen startet der Rechner nicht und bringt oft auch eine Fehlermeldung:

  • Fehler beim Laden des Betriebssystems
  • Fehlendes Betriebssystem
  • Ungültige Partitionstabelle
  • Bootmgr fehlt
  • No bootable device -- Please restart system
  •       oder

  • No bootable device -- Insert boot disk and press any key

Dieser Fehler muss nicht zwangsweise das Ende des installierten Systems bedeuten.
Diese Meldung besagt nur, dass der Computer kein Gerät (Festplatte, Laufwerk usw.) gefunden hat, von dem er starten kann. Dafür kann es verschiedene Ursachen geben.
Es muß nicht immer die Festplatte defekt sein, selbst wenn das oftmals zutrifft.

Welche Fehlerquellen kommen in Betracht ?

  1. Es wird versucht, von einem anderen Datenträger zu booten
  2. Fehlerhafte BIOS Einstellungen
  3. Fehler im Windows Bootmanager [auch Virenbefall]
  4. Das Verbindungskabel (meistens SATA-Kabel/IDE-Kabel)
    vom Motherboard ➢ zur Festplatte
  5. Die Festplatte
  6. Das Motherboard

Es muß nicht immer eine Fehlermeldung wie „No bootable device“ angezeigt werden.
Fehler mit dem Windows Bootloader/-manager versucht Windows über die "Automatische Reparatur" eigenständig zu korrigieren.
Der Start der "Automatischen Korrektur" wird durch Windows angezeigt. Lesen Sie im folgenden Abschnitt "Automatische Reparatur", wenn das zutrifft.

Erfolgt der Versuch einer "Automatischen Reparatur" nicht durch das System, müssen der MBR bzw. die EFI-Partition manuell korrigiert werden.
Die Korrekturen erfolgen in der "Eingabeaufforderung" innerhalb eines gestarteten Reparatursystems [Installations Datenträger].
Die Vorgehensweise finden Sie auf dieser Seite unter "MBR Boot-Reparatur mit Installations-Datenträger" bzw. "GPT (UEFI) Bootmenü-Reparatur mit Installations-Datenträger".
Natürlich gibt es auch hier Drittanbieter-Tools, die diesen Vorgang erledigen. Damit habe ich mich nicht beschäftigt.


So sollte zunächst vorgegangen werden:

  1. Alle externe Geräte entfernen
    Entfernen Sie alle externe Geräte (USB Sticks, USB-Platten, CD's, DVD's usw.).
    Durch fehlerhafte Einstellungen könnte das System versuchen, von diese externen Geräten zu booten.
  2. Rechner starten
  3. BIOS Boot-Setup überprüfen
    Prüfen Sie, ob die Festplatte überhaupt durch das BIOS erkannt wurde.
    Die Boot-Reihenfolge muß kontrolliert werden! Das Systemlaufwerk sollte auf Position 1 in der Boot-Reihenfolge stehen.
    BIOS Festplatte erkannt ?
    • Ja:weiter bei 4.
    • Nein: Steckverbindung lose/defekt
    • Platte defekt ?
      (ausbauen und an einem anderem Rechner testen)

  4. Nichtgesicherte Daten sichern [Optional]
    Ein guter Zeitpunkt, wichtige Daten von der Festplatte zu retten.
    Retten persönlicher Daten
    Hinweis:
    Es sollte auch überlegt werden, von der Festplatte vor dem Rettungsversuch eine sektorbasierte Kopie zu erstellen. Damit kann ein Datenverlust bei einem gescheiterten Rettungsversuch vermieden werden. Im Bedarfsfall kann durch erneutes Kopieren der Originalzustand wiederhergestellt werden, um einenweiteren Rettungsversuch zu starten.
  5. Reparatur Menü
    In jedem Falle sollte nun das Reparatur Menü aufgerufen werden. Entweder es wird bereits durch die "Automatiasche Reparatur" gestartet oder Sie starten es über einen Installations-Datenträger.
    Folgen Sie dem Link:
    Reparatur Menü
    bis das Fenster "Eingabeaufforderung" geöffnet ist.
    Jetzt folgen Sie den Angaben unter "MBR Boot-Reparatur mit Installations-Datenträger" bzw. "GPT (UEFI) Bootmenü-Reparatur mit Installations-Datenträger".


 Automatische Reparatur

Die "Automatische Reparatur" ist ein eingebautes Feature der letzten Windows-Versionen.
Wenn das Windowssystem Probleme beim Hochfahren des Systems hat, versucht die "Automatische Reparatur" diesen Fehler zu reparieren.
In diesem Fall erscheint die Meldung :
"Automatische Reparatur wird vorbereitet".
Sofern Windows dann den Fehler beseitigen konnte, wird Windows normal gestartet und alles ist gut. So etwas kann z.B. passieren, wenn der Rechner im laufenden Betrieb einfach ausgeschaltet wird.

 Automatische Reparatur in einer Schleife

Das System "Automatische Reparatur" funktioniert aber nicht immmer. Dann erfolgt die Meldung :
"Der PC konnte nicht automatisch repariert werden"
Dann wird der Rechner neu gestartet. Dieser Vorgang kann dann zu einer Endlosschleife führen, d.h. jeder weitere Systemstart meldet dann wieder, daß Windows repariert werden muß oder der Bildschirm friert sogar ein.
Es kann auch folgendes Fenster erscheinen:

image

Button "Neu starten"   ➢   führt wieder zum Reparaturmenü [Schleife]
Button "Erweiterte Optionen"   ➢   Zugang zur Reparaturmenü   ➢ Eingabeaufforderung

Wie kann man nun diese Schleife aufheben?

  1. Immer, wenn die automatische Reparatur erneut erscheint, schalten Sie den Rechner aus und wieder an.
    Windows wird das nach mehreren Durchläufen merken und blendet das Fenster "Erweiterten Optionen" aus dem Reparatur Menü ein.

  2. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Windows Installation zu starten.
    Stecken Sie vor dem nächsten Rechnerstart einen USB-Installations-Stick ein [oder DVD] und rufen per Funktionstaste das Boot Menü auf. Im Boot Menü wählen Sie das entsprechende Medium als Bootmedium aus.
    Nun erscheint das Eingangsfenster für die Windows-Installation, das gilt aber auch für den Start des Reparatur Systems.

    image

    Folgen Sie dem Link: Reparatur Menü   bis das Fenster "Eingabeaufforderung" geöffnet ist.


 MBR Boot-Reparatur mit Installations-Datenträger

  1. Alle externe Geräte entfernen
    Entfernen Sie alle externe Geräte (USB Sticks, USB-Platten, CD's, DVD's usw.).
    Durch fehlerhafte Einstellungen könnte das System versuchen, von diese externen Geräten zu booten.
  2. Rechner von einem Installations-Datenträger starten
  3. Computerreparatur - Erweiterte Optionen - Eingabeaufforderung
  4. Folgende Befehle eingeben: [jeweils mit "Enter" abschließen]
    •  bootrec /fixmbr
      (schreibt MBR aber überschreibt keine Partitionstabelle)
    •  bootrec /fixboot
      (schreibt neuen Bootsektor auf die Systempartition)
    •  bootrec /scanos
      (scannt nach anderen Betriebssystemen)
    •  bootrec /rebuildbcd
      (scannt nach einem installierten Betriebssystem und fügt diese dann in das Bootmenü hinzu. Das ist der wichtigste Befehl.)
  5. Rechner neu starten

 GPT (UEFI) Bootmenü-Reparatur mit Installations-Datenträger

  1. Alle externe Geräte entfernen
    Entfernen Sie alle externe Geräte (USB Sticks, USB-Platten, CD's, DVD's usw.).
    Durch fehlerhafte Einstellungen könnte das System versuchen, von diese externen Geräten zu booten.
  2. Rechner von einem Installations-Datenträger starten
  3. Computerreparatur - Erweiterte Optionen - Eingabeaufforderung
  4. Folgende Befehle eingeben:
    [jeden Befehl mit "Enter" abschließen !]
    •  diskpart
      (Festplatten Verwaltungsprogramm öffnen)
    •  sel disk 0
      (Auswahl:Datenträger 0)
    •  list vol
      (Anzeige aller Volumes)
      Suchen Sie die Nr. des Volume mit der Bezeichnung "ESP" auf
      Beispiel:Volume 5=ESP [FAT32]
    • sel vol X
      (Volume auswählen [Eigene Nummer einsetzen !] )
      Beispiel:sel vol 5
    • assign letter=Z:
      (Zuweisen eines Laufwerksbuchstaben)
      Falls der Laufwerksbuchstabe schon vergeben ist, einen anderen wählen.)
      Beispiel:assign letter=Z:
    • exit
      (Festplatten Verwaltungsprogramm beenden)

    • Jetzt sind wir wieder in der Eingabeaufforderung und können die UEFI-Bootpartition reparieren.
    • cd /d Z:\EFI\Microsoft\Boot\
      (Verzeichnis einstellen)
      (Z ist hier der gewählte Laufwerksbuchstabe)
    • bootrec /fixboot
      (Startsektor schreiben)
    • ren BCD BCD.old
      (Datei sichern)
    • bcdboot c:\Windows /l de-de /s Z:/f ALL
      (EFI-Standardordner erstellen und Startumgebung kopieren)
      (Z ist hier der gewählte Laufwerksbuchstabe)
  5. Rechner neu starten


Laufwerksbuchstaben der EFI-Partition entfernen
(Optional)
Es kann hin und wieder vorkommen, dass der Laufwerksbuchstabe nach der Reparatur unter Windows weiterhin der EFI-Partition zugewiesen ist. Sollte das der Fall sein, dann starten Sie wieder Diskpart und geben folgende Befehle ein:

    •  diskpart
      (Festplatten Verwaltungsprogramm öffnen)
    •  sel disk 0
      (Auswahl:Datenträger 0; Windows-Installation)
    •  list vol
      (Anzeige aller Volumes)
      Suchen Sie die Nr. des Volume mit der Bezeichnung "ESP" auf
      Beispiel:Volume 5=ESP [FAT32]
    • sel vol X
      (Volume auswählen [Eigene Nummer einsetzen !] )
      Beispiel:sel vol 5
    • remove letter=Z
      (Z ist der zugewiesene und zu entfernende Laufwerksbuchstabe)
    • exit
      (Festplatten Verwaltungsprogramm beenden)

image