No Boot Device
Letzte Aktualisierung: 06. Januar 2023

 No Boot Device / Automatische Reparatur

Der Boot-Sektor kann die gleichen Probleme haben wie jeder andere Teil der Festplatte - fehlende Dateien, beschädigte Dateien, physischer Schaden oder auch ein Virenbefall.
In solchen Fällen startet der Rechner nicht und bringt eine Fehlermeldung:

  • Fehler beim Laden des Betriebssystems
  • Fehlendes Betriebssystem
  • Ungültige Partitionstabelle
  • Bootmgr fehlt
  • No bootable device -- Please restart system
  •       oder

  • No bootable device -- Insert boot disk and press any key

Dieser Fehler muss nicht zwangsweise das Ende des installierten Systems bedeuten.
Diese Meldung besagt nur, dass der Computer kein Gerät (Festplatte, Laufwerk usw.) gefunden hat, von dem er starten kann.
Dafür kann es verschiedene Ursachen geben.
Es muß nicht immer gleich die Festplatte defekt sein, selbst wenn das oftmals zutrifft.

Welche Fehlerquellen kommen in Betracht ?

  1. Es wird versucht, von einem anderen Datenträger zu booten
  2. Fehlerhafte BIOS Einstellungen
  3. Fehler im Windows Bootmanager [auch Virenbefall]
  4. Das Verbindungskabel (meistens SATA-Kabel/IDE-Kabel)
    vom Motherboard ➢ zur Festplatte
  5. Die Festplatte
  6. Das Motherboard

Es muß nicht immer eine Fehlermeldung wie „No bootable device“ angezeigt werden.
Fehler mit dem Windows Bootloader/-manager versucht Windows über die "Automatische Reparatur" eigenständig zu korrigieren.
Der Start der "Automatischen Reparatur" wird durch Windows angezeigt.
Siehe :Automatische Reparatur

Erfolgt der Versuch einer "Automatischen Reparatur" nicht durch das System, müssen der MBR bzw. die EFI-Partition manuell korrigiert werden.
Die Korrekturen erfolgen in der "Eingabeaufforderung" innerhalb eines gestarteten Reparatursystems [Installations Datenträger].
Die Vorgehensweise finden Sie auf dieser Seite unter "MBR Boot-Reparatur mit Installations-Datenträger" bzw. "GPT (UEFI) Bootmenü-Reparatur mit Installations-Datenträger".
Natürlich gibt es auch hier Drittanbieter-Tools, die diesen Vorgang erledigen. Damit habe ich mich nicht beschäftigt.


So sollte zunächst vorgegangen werden:

  1. Alle externe Geräte entfernen
    Entfernen Sie alle externe Geräte (USB Sticks, USB-Platten, CD's, DVD's usw.).
    Durch fehlerhafte Einstellungen könnte das System versuchen, von diese externen Geräten zu booten.
  2. Rechner starten
  3. BIOS Boot-Setup überprüfen
    Prüfen Sie, ob die Festplatte überhaupt durch das BIOS erkannt wurde.
    Die Boot-Reihenfolge muß kontrolliert werden! Das Systemlaufwerk sollte auf Position 1 in der Boot-Reihenfolge stehen.
    BIOS Festplatte erkannt ?
    • Ja:weiter bei 4.
    • Nein: Steckverbindung lose/defekt
    • Platte defekt ?
      (ausbauen und an einem anderem Rechner testen)

  4. Nicht gesicherte Daten sichern [Optional]
    Es besteht noch die Möglichkeit, mit einem Zweitsystem (Linux, W10-Stick o.ä.) zu booten, um von der internen Platte noch persönliche Daten zu retten.
  5. Reparatur Menü
    In jedem Falle sollte nun das Reparatur Menü aufgerufen werden. Entweder es wird bereits durch die "Automatische Reparatur" gestartet oder Sie starten es über einen Installations-Datenträger.
    Folgen Sie dem Link:
    Automatische Reparatur   oder   Reparatur Menü

    Im Reparatur Menü muss das Fenster "Eingabeaufforderung" geöffnet werden.
    Jetzt folgen Sie den Angaben unten, entweder :

    "MBR Boot-Reparatur mit Installations-Datenträger" bzw.

    "GPT (UEFI) Bootmenü-Reparatur mit Installations-Datenträger".


 MBR Boot-Reparatur mit Installations-Datenträger

  1. Alle externe Geräte entfernen
    Entfernen Sie alle externe Geräte (USB Sticks, USB-Platten, CD's, DVD's usw.).
    Durch fehlerhafte Einstellungen könnte das System versuchen, von diese externen Geräten zu booten.
  2. Rechner von einem Installations-Datenträger starten
  3. Computerreparatur - Erweiterte Optionen - Eingabeaufforderung
  4. Folgende Befehle eingeben: [jeweils mit "Enter" abschließen]
    •  bootrec /fixmbr
      (schreibt MBR aber überschreibt keine Partitionstabelle)
    •  bootrec /fixboot
      (schreibt neuen Bootsektor auf die Systempartition)
    •  bootrec /scanos
      (scannt nach anderen Betriebssystemen)
    •  bootrec /rebuildbcd
      (scannt nach einem installierten Betriebssystem und fügt diese dann in das Bootmenü hinzu. Das ist der wichtigste Befehl.)
  5. Rechner neu starten

 GPT (UEFI) Bootmenü-Reparatur mit Installations-Datenträger

  1. Alle externe Geräte entfernen
    Entfernen Sie alle externe Geräte (USB Sticks, USB-Platten, CD's, DVD's usw.).
    Durch fehlerhafte Einstellungen könnte das System versuchen, von diese externen Geräten zu booten.
  2. Rechner von einem Installations-Datenträger starten
  3. Computerreparatur - Erweiterte Optionen - Eingabeaufforderung
  4. Folgende Befehle eingeben:
    [jeden Befehl mit "Enter" abschließen !]
    •  diskpart
      (Festplatten Verwaltungsprogramm öffnen)
    •  sel disk 0
      (Auswahl:Datenträger 0)
    •  list vol
      (Anzeige aller Volumes)
      Suchen Sie die Nr. des Volume mit der Bezeichnung "ESP" auf
      Beispiel:Volume 5=ESP [FAT32]
    • sel vol X
      (Volume auswählen [Eigene Nummer einsetzen !] )
      Beispiel:sel vol 5
    • assign letter=Z:
      (Zuweisen eines Laufwerksbuchstaben)
      Falls der Laufwerksbuchstabe schon vergeben ist, einen anderen wählen.)
      Beispiel:assign letter=Z:
    • exit
      (Festplatten Verwaltungsprogramm beenden)

    • Jetzt sind wir wieder in der Eingabeaufforderung und können die UEFI-Bootpartition reparieren.
    • cd /d Z:\EFI\Microsoft\Boot\
      (Verzeichnis einstellen)
      (Z ist hier der gewählte Laufwerksbuchstabe)
    • bootrec /fixboot
      (Startsektor schreiben)
    • ren BCD BCD.old
      (Datei sichern)
    • bcdboot c:\Windows /l de-de /s Z:/f ALL
      (EFI-Standardordner erstellen und Startumgebung kopieren)
      (Z ist hier der gewählte Laufwerksbuchstabe)
  5. Rechner neu starten


Laufwerksbuchstaben der EFI-Partition entfernen
(Optional)
Es kann hin und wieder vorkommen, dass der Laufwerksbuchstabe nach der Reparatur unter Windows weiterhin der EFI-Partition zugewiesen ist. Sollte das der Fall sein, dann starten Sie wieder Diskpart und geben folgende Befehle ein:

    •  diskpart
      (Festplatten Verwaltungsprogramm öffnen)
    •  sel disk 0
      (Auswahl:Datenträger 0; Windows-Installation)
    •  list vol
      (Anzeige aller Volumes)
      Suchen Sie die Nr. des Volume mit der Bezeichnung "ESP" auf
      Beispiel:Volume 5=ESP [FAT32]
    • sel vol X
      (Volume auswählen [Eigene Nummer einsetzen !] )
      Beispiel:sel vol 5
    • remove letter=Z
      (Z ist der zugewiesene und zu entfernende Laufwerksbuchstabe)
    • exit
      (Festplatten Verwaltungsprogramm beenden)

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